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30.09.2009

Presseinformation

Kleist-Festtage 2009: »Mein Kleist« von A bis Z

Neue Kooperation beim Kleist-Förderpreis für junge Dramatik mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen ab 2010

Frankfurt (Oder). Kleist von A bis Z – mit dieser knappen Formel lassen sich die Kleist-Festtage 2009 vom 13. bis 18. Oktober 2009 zusammenfassen. Denn die unter dem Motto „Mein Kleist“ stehenden sechs Tage zu Ehren des großen Dichters bieten ungewöhnliche und persönliche Auseinandersetzungen mit dem Leben und Werk Heinrich von Kleists. Die Bandbreite reicht von A wie einer „Amphitryon“-Aufführung bis Z wie Zigarettenpapier mit den Insignien Heinrich von Kleists in einer Ausstellung des Kleist-Museums.

Wichtigster Buchstabe wird das Kleistsche K sein: Bei Theaterspektakeln wie dem „Käthchen-Projekt“ in Frankfurt und dem „Kohlhaas“ in Tempelberg spielen mehrere hundert Bürger vor Ort mit und machen sich fit für „ihren“ Kleist und für das Kleist-Jahr 2011. So kommen insgesamt 46 Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Performances, Ausstellungen, Führungen und museumspädagogische Angebote für Kinder bei den Kleist-Festtagen 2009 zusammen. Die Stadt- und Regionalbibliothek begleitet das Festival außerdem mit der täglichen Kurzlesungsreihe „Kleist zu Mittag“.

Nach der Eröffnung der Festtage mit der Verleihung des 14. Kleist-Förderpreises für junge Dramatik am 13. Oktober 2009 im Kleist Forum bietet der Frankfurter Kleist-Salon Gelegenheit, mehr über Heinrich von Kleist zu erfahren. In einer lockeren Talk-Runde werden unter anderem der Schauspieler Mathieu Carrière und der Schriftsteller Christoph Hein zu ihrem persönlichen Verhältnis zu Kleist befragt. Dazu gibt es musikalische Einlagen von Hans-Eckardt Wenzel, der anschließend mit seiner Band auftritt.

Eine Neuerung werde es beim Kleist-Förderpreis für junge Dramatik ab 2010 geben, kündigte Arnold Bischinger, Künstlerischer Leiter des Kleist Forum, an: Die Stadt Frankfurt (Oder) und die Ruhrfestspiele Recklinghausen werden ab 2010 den Kleist-Förderpreis gemeinsam vergeben. „Wir können in der Kooperation mit dem größten und ältesten Schauspielfestival im deutschsprachigen Raum eine noch größere Breitenwirkung und Bekanntheit des Förderpreises erzielen“, sagte Bischinger.

Wie bislang erhält der Gewinner neben dem Preisgeld von 7.500 Euro eine Uraufführung seines Stückes. Der zeitliche Ablauf wird zukünftig allerdings gestrafft: Der Preisträger 2010 wird im Januar 2010 in Frankfurt (Oder) bekannt gegeben, die Uraufführung ist während der Ruhrfestspiele in Recklinghausen im Mai.

In Frankfurt (Oder) gibt es während der Kleist-Festtage im Oktober 2010 das Gastspiel der Uraufführung zu sehen. Die Ausschreibung für den Kleist-Förderpreis 2010 läuft bereits. Bis zum 1. November 2009 können noch Stücke eingesandt werden.

Wichtigster Buchstabe des Festivals ist naturgemäß das K. K wie „Käthchen“ mit dem Theaterspektakel „Käthchen - Das Femgericht“, das derzeit unter Mitwirkung von rund 300 Frankfurtern und Słubicern entsteht und seine Premiere am 17. Oktober auf dem Marktplatz in Frankfurt (Oder) hat. Mit Hans-Joachim Frank und Wolfgang Mitterer konnten in Regie und Komposition zwei Vollblut-Künstler gewonnen werden. Ein weiteres K wird aus der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder) nach Tempelberg in den Landkreis Oder-Spree getragen: Dort spielt am 16. Oktober der „Kohlhaas“ im gleichnamigen Open-Air-Theaterspektakel am Originalschauplatz der Kleistschen Novelle.

Das Kleist-Museum legt in diesem Festtage-Jahr Kleist buchstäblich in den Korb – den Warenkorb. Den „Dichter im Warenkorb. Kleist-Objekte von A bis Z“ gibt es im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung an der Faberstraße zu sehen. Mehr als 150 Exponate, die mit Kleist-Porträts, -Zitaten oder einfach mit dem Namen Kleist werben, umfassen der Besitz des Kleist-Sammlers Burkhard Wolter aus Lüneburg und die Bestände des Kleist-Museums. Die Produktpalette reicht vom Bierdeckel über die Ofenkachel bis zum Zigarettenpapier und macht auch vor Kitschigem, Skurrilem und Kulinarischem nicht Halt. Die überraschende werbliche Vielfalt gibt es während der Festtage täglich von 10 bis 20 Uhr im Kleist-Museum zu sehen.

Einen weiteren Schwerpunkt im Kleist-Museum bildet – im Rahmen eines Kleist-Countdown 2009, mit dem auf Kleists Leben und Werk vor 200 Jahren zurückgeblickt wird – der Aufenthalt des Dichters 1809 in Böhmen. Hier engagierte Kleist sich als „politischer Dichter“ im österreichischen Krieg gegen Napoleon. Das Museum widmet dem Thema eine Sonderausstellung, eine Lesung sowie eine Konzertlesung, für die die Schauspieler Julia und Diether Jäger gewonnen werden konnten.

Die Fortsetzung des erfolgreichen Schülerprojekts der Klasse 8L des Karl-Liebknecht-Gymnasiums im Bereich Museumspädagogik des Kleist-Museums steht 2009 unter dem Projektthema „Kleist malen!“ und stellt den bildkünstlerischen Ansatz in den Mittelpunkt. Seit drei Jahren beschäftigt sich eine ganze Klasse mit Kleist, seinen Lebensspuren und Texten. Darüber hinaus werden die Autoren Kerstin Kempker, Regina Scheer und Thomas Gsella in Frankfurter Schulen lesen.

Informationen finden Interessierte im Netz unter www.kleist-festtage.de.


Weitere Informationen:

Messe und Veranstaltungs GmbH
Sprecherin
Ute Schirmack
Tel 0335/40 10 400
Funk 0173/24 68 143

Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)
u.schirmack@muv-ffo.de
www.muv-ffo.de

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