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01.06.2010

Presseinformation

Wartezeit vorüber: Oliver Klucks Kleist-Förderpreisträgerstück „Warteraum Zukunft“ in Recklinghausen uraufgeführt

Übernahme an fünf weitere Bühnen in Deutschland und Österreich zugesagt

Frankfurt (Oder/Recklinghausen). Das Warten auf die Uraufführung ist vorbei: Das Kleist-
Förderpreisträgerstück 2010, „Warteraum Zukunft“ von Oliver Kluck, wurde kürzlich in Recklinghausen und damit erstmalig im Rahmen der Ruhrfestspiele uraufgeführt. Alice Buddeberg vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg führte Regie bei der Inszenierung, die einen deutlichen Akzent auf den ironischen Part des Stückes legte. Ute Hannig, Daniel Fries und Martin Wißner interpretierten die verschiedenen Persönlichkeitsanteile der Hauptfigur Daniel Puttkamer und sämtliche Nebenrollen, vom näselnden Chef bis zur langbeinigen Kollegin Ulrike.

„Ja, super“, kommentierte Oliver Kluck in gewohnt bescheiden-knapper wie selbstironischer Art die Inszenierung im Theaterzelt in Recklinghausen, zu der er eigens aus Berlin angereist war. „Mehr gibt’s auch gar nicht groß zu sagen. Das ist eine hervorragende Arbeit vom Team des Schauspielhauses Hamburg, mit dem ich sehr gut zusammengearbeitet habe.“ Ruhrfestspiele-Intendant Frank Hoffmann brachte seine Bewertung während der anschließenden Premierenfeier auf den Punkt: „Ein Stück, das seiner Inszenierung standhält.“

„Warteraum Zukunft“ umreißt das Karriere-Dilemma des 30-jährigen Ingenieurs David Puttkamer, der nach Rumänien wegbefördert werden soll. Anpassungsbereitschaft, eine sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber zunehmende Verachtung, Trauer und Selbstmitleid ob des Verlassenwordenseins durch seine Ex-Freundin Anna – zwischen diesen Befindlichkeitsebenen pendelt die Handlung hin und her. Das Grundrauschen der inneren Monologe von Daniel Puttkamer ist einmal auf die drei Schauspieler verteilt, ein anderes Mal in einer einzigen Figur verdichtet.

Dass die Sätze im Manuskript nicht einem bestimmten Sprecher zuzuordnen sind, nehmen Regisseurin Alice Buddeberg und der für Musik und Geräusche verantwortlich zeichnende Stefan Paul Goetsch auf. Ob Radio-Berieselung, verfremdete innere Stimmen oder die verzerrten Grüße der Kollegen auf den Bürofluren – dies alles setzen Schauspieler und Tontechniker mit Hilfe futuristisch inspirierter Trichterlautsprecher um. Die großen Holzkästen mit Lautsprecheraufsätzen dienen so abwechselnd als Mini-Zusatzspielbühnen oder beispielsweise als surrealistisch tönender Kopf von Puttkamers Kollegin Ulrike.

Der 1980 auf Rügen geborene Oliver Kluck machte binnen eines Jahres mit mehreren Uraufführungen seiner Stücke Furore. „Das Prinzip Meese“, für das Oliver Kluck den Förderpreis für neue Dramatik beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2009 erhielt, ist derzeit im Maxim Gorki Theater in Berlin zu sehen. Das Theater Chemnitz zeigte im Oktober 2009 die Uraufführung von „Zum Parteitag Bananen“.

In nächster Zeit werden die Zuschauer in der halben Republik und in Österreich ebenfalls die Gelegenheit haben, „Warteraum Zunkunft“ zu sehen. Wer wolle, könne somit bald sechs unterschiedliche Inszenierungen miteinander vergleichen, kündigte Florian Vogel, Chefdramaturg des Hamburger Schauspielhauses und Mitglied in der Kleist-Förderpreis-Jury an: „Fünf weitere Bühnen haben bislang definitiv zugesagt, das Stück zu übernehmen.“ In Frankfurt (Oder) ist das Gastspiel der Uraufführung auf jeden Fall am 5. Oktober zu sehen – als Eröffnungsstück der Kleist-Festtage 2010, gemeinsam mit dem Preisträgerstück 2009, Ulrike Freisings „Straße zum Strand“.

Die Ausschreibung für den 16. Kleist-Förderpreis für junge Dramatik 2011 läuft noch bis zum 31.August 2010. Der Nachwuchspreis wird von der Stadt Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, der Dramaturgischen Gesellschaft und mit der Messe und Veranstaltungs GmbH vergeben. Neben dem Preisgeld von 7.500 Euro garantiert der Kleist-Förderpreis die Uraufführung des Preisträgerstückes durch eine namhafte deutsche Bühne im
Rahmen der Ruhrfestspiele im Mai 2011.

Weitere Informationen:

Messe und Veranstaltungs GmbH
Sprecherin
Ute Schirmack
Tel 0335/40 10 400

Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)
u.schirmack@muv-ffo.de
www.muv-ffo.de

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