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10.10.2010

Presseinformation

Erfolgreiche Kleist-Festtage 2010 beendet

2.300 besuchten das Festival unter dem Motto „Mit dem Feuer spielen.“

Frankfurt (Oder). Wo Rauch ist, ist auch Feuer – diesem Sprichwort gemäß folgten 2.300 Besucher den Rauchzeichen der unter dem Motto „Mit dem Feuer spielen.“ stehenden 20. Kleist-Festtage 2010, die heute zu Ende gingen. 27 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Aufführungen, Performances und Ausstellungen an verschiedenen Orten der Stadt Frankfurt (Oder) und im polnischen Słubice, zeigten vom 5. bis 10. Oktober die künstlerische Auseinandersetzung mit dem inneren Feuer Heinrich von Kleists. Im Vorjahr besuchten bei 46 Veranstaltungen rund 4.150 Kleist-Interessierte das Festival.

Den Beginn des Festivals machte wie in jedem Jahr die Verleihung des Kleist-Förderpreises für junge Dramatik, der 2010 an Oliver Kluck für das Stück „Warteraum Zukunft“ vergeben wurde. Der Kleist-Förderpreis wird jährlich durch die Dramaturgische Gesellschaft ausgeschrieben. Das Preisträgerstück, eine Satire um den alltäglichen Wahnsinn im Büro und nicht erfüllte Karriere-Erwartungen, wurde im Anschluss an den Festakt auf der ausverkauften Studiobühne im Kleist Forum gezeigt. „Warteraum Zukunft“ ist eine Koproduktion des Deutschen Schauspielhauses Hamburg und der Ruhrfestspiele 2010.

Weitere Kleist-Stücke und -Adaptionen, darunter Inszenierungen des Deutschen Schauspielhauses Hamburg und des Hans Otto Theater Potsdam, waren an den folgenden Festival-Tagen im Kleist Forum zu sehen. Trotz anhaltend guter Großwetterlage beinahe ins Wasser gefallen wäre der zweite Teil des dreijährigen Käthchen-Spektakels. Der geplante Spielort stand nach dem dritten Oder-Hochwasser des Jahres knietief unter Wasser. Doch rund 1.000 Käthchen-Fans und Kulturinteressierte kamen zum Ausweichgelände im polnischen Słubice. An der Uraufführung von „Käthchen – Die Feuerprobe“, eines stimmgewaltigen, chorischen Theaterspektakels unter der Regie von Hans-Joachim Frank beteiligten sich über 300 Frankfurter und Słubicer Bürger.

„Einen besseren Auftakt für das Kleist-Jahr 2011 hätten wir uns nicht wünschen können“, zog Markus Wieners, Geschäftsführer der Messe und Veranstaltungs GmbH, Bilanz. „Wir freuen uns sehr, dass das Publikum für die Werke Heinrich von Kleists Feuer gefangen hat.“ Es sei wichtig, dass jeder Besucher etwas mitnehme und für sich ein neues Verständnis und Interesse für Kleist entdecke. Petra Paschinger, Künstlerische Leiterin der Messe und Veranstaltungs GmbH, ergänzte: „Das Festival spannte einen weiten Themenbogen von Inszenierungen, von bekannten Kleist-Stücken und Stücken über Kleist selbst bis hin zu moderner Gegenwartsliteratur. Man merkte den Besuchern an, dass ihnen das Programm gefallen hat. Wir haben viele zufriedene Rückmeldungen.“

Dies sieht auch das Kleist-Museum so. Auch in diesem Jahr war die traditionelle Eröffnung einer Sonderausstellung anlässlich der Kleist-Festtage ein großer Erfolg. Zahlreiche Besucher drängten sich im Kabinett des Museums zur Vernissage. Die Ausstellung „Zwischen Anerkennung und Verbot. Heinrich von Kleist und das Buchwesen seiner Zeit“ gab interessante Einblicke in das Verlagsgeschäft insbesondere in Berlin und zeigte wertvolle Exponate wie das Kontobuch des Verlegers von Kleist, Georg Andreas Reimer, und vieler Schriftsteller der Berliner Romantik als Leihgabe der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.

Nicht nur für junge Leute ein wichtiger Anziehungspunkt war die „Kleist-WG“. Mehr als 170 Besucher sahen während der Kleist-Festtage das aufsehenerregende Schüler-Kunst-Projekt. Und die Kleist-Klasse des Karl-Liebknecht-Gymnasiums präsentierte mit „Kleist live!“ im und um das Museum herum Performances zum größten Dichter der Stadt. Der Kölner Schriftsteller Selim Özdogan begeisterte 175 Frankfurter und Eisenhüttenstädter Schüler und animierte zu Diskussionen nicht nur über das Schreiben sondern auch das Leben selbst.

Den Höhepunkt bildete dann die sonntägliche Matinee. Nach einer von dem bekannten Berliner Film-Journalisten Knut Elstermann moderierten Filmvorführung des „Kohlhaas“ kam der international renommierte Regisseur Volker Schlöndorff in das ausgebuchte Kleist-Museum. Dort las er vor einem begeisterten Publikum aus seiner 2009 veröffentlichten Autobiographie „Licht, Schatten und Bewegung“ und stellte sich den Fragen Elstermanns und der Besucher. „Wunderbar, dass Volker Schlöndorff unsere hartnäckig wiederholte Einladung angenommen hat und mit seinem Besuch im Kleist-Museum ein Festival-Highlight gesetzt hat“, so Anette Handke, Sprecherin des Kleist-Museums.

Mit dieser erfreulichen Bilanz gehen die Veranstalter, die Messe und Veranstaltungs GmbH und das Kleist-Museum, in den Countdown zum Kleist-Jahr 2011. Die „großen“ Kleist-Festtage 2011 anlässlich des Jubiläumsjahrs werden vom 18. bis zum 30. Oktober unter anderem Aufführungen des Maxim Gorki Theaters Berlin und die Rimini-Protokolle, ein performatives Theaterprojekt in der Produktion des Theaters Hebbel am Ufer aus Berlin, zeigen.

Informationen finden Interessierte im Netz unter www.kleist-festtage.de.

Über das Festival
Die Kleist-Festtage, seit 1991 jährlich im Oktober wiederkehrendes Festival für den in Frankfurt (Oder) geborenen Heinrich von Kleist, werden gemeinsam vom Kleist-Museum und der Messe und Veranstaltungs GmbH durchgeführt. Anlässlich des 200. Todestages des Dichters laufen aktuell die Vorbereitungen für das bevorstehende Kleist-Jahr 2011 in Berlin und Frankfurt (Oder).


Infos für das Kleist Forum:

Ute Schirmack
Sprecherin
Messe und Veranstaltungs GmbH
0335 40 10 400
u.schirmack@muv-ffo.de
Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)

Download: PDF
Infos für das Kleist-Museum:

Anette Handke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kleist-Museum
0335 50 80 300
handke@kleist-museum.de
Faberstraße 7
15230 Frankfurt (Oder)


 
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