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27.09.2011

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Kleist vom Kopf bis in die Beine

Zwei Wochen Kleist-Festtage in Frankfurt (Oder) mit Kultur-Highlights und Party

Frankfurt (Oder). Kleist geht in den Kopf – und manchmal auch richtig in die Beine. Was das bei den diesjährigen Kleist-Festtagen in Frankfurt (Oder) bedeutet, lässt sich am Programm des Festivals ablesen, das im Kleist-Jahr 2011 besonders höhepunktreich ausfällt. Vom 18. bis 30. Oktober 2011 zeigt das Kleist Forum vielfältige Interpretationen von „Achtung: Vertrauen“. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum wird durch weitere Partner wie die Stadt- und Regionalbibliothek, die Europa-Universität Viadrina und das Seniorentheater Spätlese ergänzt.

„Achtung: Vertrauen“ lautet das Motto in diesem Jahr. „Vertrauen war für Heinrich von Kleist ganz zentral, häufig auch in der Negation“, umreißt Petra Paschinger, Künstlerische Leiterin der Messe und Veranstaltungs GmbH, das inhaltliche Spektrum des Festivals. „Die Vertrauensfrage, ganz gleich ob es sich um das Vertrauen in sich selbst oder um das Vertrauen in andere Menschen handelt, verbindet viele Stücke miteinander.“

Im Kleist Forum gibt es die dramatische Auseinandersetzung mit dem Thema zu sehen. So wird die dokumentarisch arbeitende Künstlergruppe Rimini Protokoll am 20. Oktober ihr Stück „Herrmann’s Battle“ über moderne Kriegsstrategien im Kleist Forum uraufführen. Alltagsexperten lassen, inspiriert von Kleists „Hermannsschlacht“, ihre eigenen biographischen Erfahrungen auf einen Text treffen, der das Individuum in den Bann eines übergeordneten Freiheitskampfes zieht.

Das Maxim Gorki Theater Berlin, das als einziges Theater im Kleist-Jahr den ganzen Kleist im Angebot hat, zeigt mit „Prinz Friedrich von Homburg“ in der Regie von Armin Petras am 25. Oktober sowie mit dem „Amphitryon“ in der Regie von Jan Bosse am 27. Oktober zwei seiner wichtigsten Inszenierungen im Kleist Forum in Frankfurt (Oder). Ermöglicht wurden diese besonderen Stücke im Rahmen der Kleist-Festtage 2011 durch die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes.

Das im Jahr 2009 gestartete „Käthchen-Projekt“ mit 300 Laien aus Frankfurt und Słubice wiederum erlebt mit der Uraufführung des 3. Bildes „Die Hochzeit“ in der Regie von Hans-Joachim Frank am 23. Oktober in der Marienkirche seinen dramatischen Höheund Schlusspunkt.

Eröffnet werden die Kleist-Festtage wie in jedem Jahr mit der Verleihung des Kleist-Förderpreises für junge Dramatiker am 18. Oktober im Kleist Forum. In diesem Jahr erhält ihn Wolfram Lotz für sein Stück „Der große Marsch“, das am selben Abend mit einem Gastspiel der Uraufführungsinszenierung vom Saarländischen Staatstheater Saarbrücken in der Regie von Christoph Diem aufgeführt wird. Der Kleist-Förderpreis wird von der Stadt Frankfurt (Oder), den Ruhrfestspielen Recklinghausen, der Dramaturgischen Gesellschaft und dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) vergeben und ist mit 7.500 Euro Preisgeld sowie einer Uraufführungsgarantie verbunden.

Das Kleist-Museum lädt in diesem Jahr nach mehrjähriger Pause wieder zu einem wissenschaftlichen Kolloquium ein, das das Thema der Kleist-Tage aufgreift. Im Zentrum der gemeinsam mit der Freien Universität Berlin vorbereiteten Tagung steht der Begriff des „Vertrauens“ in der Romantik, seine Bedeutungsverschiebung um 1800 und seine Verwendung im Werk Heinrich von Kleists und anderer Autoren seiner Zeit. "Die Tagung gibt Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ein Podium, um eigene Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren – an diese Zielgruppe wird sich das Kleist-Museum in den nächsten Jahren bei der Organisation wissenschaftlicher Tagungen besonders wenden", so Dr. Wolfgang de Bruyn, Direktor des Kleist-Museums.

Um Kleists Bildnis und dessen Rezeption, aber auch um die gegenseitige Inspiration von Literatur und Kunst geht es im "Denkraum Kleist" mit Jens und Norbert Bisky. Kleist-Gesellschaft und Kleist-Museum laden den Journalist, Wissenschaftler und Kleist-Biograph Jens Bisky sowie den national und international erfolgreichen Künstler Norbert Bisky zu einem seltenen öffentlichen gemeinsamen Gespräch über Kleist, Kunst und Krisen in die Kleist-Stadt Frankfurt (Oder).

Die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Europa Universität Viadrina und Kleist-Museum wird in diesem Jahr auch auf die Kleist-Festtage ausgedehnt und führte zu einer – erneuten – Einladung des Schriftstellers Robert Löhr, dessen Lesung einen amüsanten Abend auf hohem Niveau verspricht: Nachdem im „Erlkönig-Manöver“ der wahre König Frankreichs gerettet werden sollte, geht es diesmal um nichts weniger als die tausendjährige Reichskrone, die Heinrich von Kleist auf einer Insel im Bodensee ausgegraben hat ... Ein "Mantel-und-Degen-Thema", diesmal nicht verfilmt sondern erzählt.

In das Kleist-Forum bittet das Kleist-Museum zu zwei weiteren literarischen Veranstaltungen. Am 23. Oktober feiert der Sonderband "Kleist" der "Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik – die horen" u.a. mit Christoph Hein, Ulla Hahn und Hans-Eckardt Wenzel (er kommt auch als Sänger!) Premiere. Am 28. Oktober laden die Heidelberger Kleist-Forscher Roland Reuß und Peter Staengle ein, die Brandenburger Kleist-Ausgabe kennen zu lernen, ein wirkliches Jahrhundertprojekt. Über die Bewältigung dieser Mammutaufgabe sprechen die Herausgeber mit ihrem Verleger K.D. Wolff – und als besondere Überraschung wird ein in Frankfurt gut bekannter Gast Texte Kleists lesen.

Um das Vertrauen der Frankfurter Schülerinnen und Schüler wirbt auf Einladung des Kleist-Museums der Slam-Poet, Netz-Literat und Sänger Frank Klötgen. Er verspricht eine absolut kurzweilige Unterrichtsstunde – und wir warnen vor der Gefahr der Infizierung mit Lust auf Literatur!

Vertrauen ist auch im Rahmenprogramm des Festivals angebracht. Bei zwei Stadtführungen zum Thema „Blindes Vertrauen“ am 20. und 29. Oktober erschließt sich das Festival-Motto noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive. Auch die begleitenden Theaterworkshops für Schulklassen widmen sich dem „Märchen vom Vertrauen“ und dem „Selbst-Vertrauen“.

Zum Abschluss der Kleist-Festtage geht Kleist nicht nur in den Kopf, sondern auch in die Beine. Bei der großen Abschlussparty „Kleist on the Rocks“ am 29. Oktober um 22 Uhr, stehen die Mitarbeiter des Kleist Forum an den Plattenspielern. Sie legen von Disco-Klassikern über Hits der 80er und 90er bis hin zu Balkanbeats und härteren Rock-Klängen alles auf was tanzbar ist und Spaß macht.

Alle Termine und ausführliche Programminformationen zum Festival gibt’s im Internet zentral unter www.kleistfesttage.de.

Über das Festival
Die Kleist-Festtage, seit 1991 jährlich im Oktober wiederkehrende Ehrenzeit für den in Frankfurt (Oder) geborenen Heinrich von Kleist, werden gemeinsam vom Kleist-Museum und der Messe und Veranstaltungs GmbH durchgeführt. Die Kleist-Festtage 2011 stehen im Zeichen des Kleist-Jahres 2011, mit dem an den 100. Todestag des Dichters am 21. November 1811 am Kleinen Wannsee in Berlin erinnert werden soll.


Infos für das Kleist Forum:

Ute Schirmack
Sprecherin
Messe und Veranstaltungs GmbH
0335 40 10 400
u.schirmack@muv-ffo.de
Platz der Einheit 1
15230 Frankfurt (Oder)

Download: PDF
Infos für das Kleist-Museum:

Anette Handke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kleist-Museum
0335 50 80 300
handke@kleist-museum.de
Faberstraße 7
15230 Frankfurt (Oder)


 
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